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Cuys kommen ursprünglich aus Südamerika, wo sie als Masttiere gehalten werden. Dort haben die Tiere verschiedene Felltypen, wie z. B. Langhaar, Glatthaar oder Crested. Die in Europa gezüchteten Cuys stammen von einigen wenigen Tieren aus Südamerika ab. Inzwischen wurden aber auch hier verschiedene Felltypen wie Glatthaar, Rosette und Langhaar herausgebildet.

Im Gegensatz zu einem normalen Hausmeerschweinchen, das mit einem Jahr ausgewachsen ist und dann ca. um 1 bis zu 1,5 kg wiegt, erreicht ein Cuy dieses Gewicht bereits im Alter von vier Monaten (z. B. meine Cuy-Dame Trixi mit 2 Monaten hatte sie bereits fast 500g). Das Endgewicht eines Cuy liegt bei 2-4 kg. Die Körperlänge eines ausgewachsenen Cuys liegt im Durchschnitt bei 22-35 cm. Eine Ausnahme bilden die so genannten "Cobayos", die eine Körperlänge von 50 cm und ein Gewicht von 4 kg erreichen können. In irem Ursprungsland gibt es die Cuys hauptsächlich in hellen Farbkombinationen, zum Beispiel weiß mit creme. Diese Farben werden bewusst gewählt, da Fleischkörper mit dunkler Haut als unästhetisch gelten, diese enden meist als Opfertiere.

Die Tragzeit ist, wie beim Hausmeerschweinchen auch, mit 68-73 Tagen für ein Säugetier dieser Größe sehr lang. Die Wurfgröße variiert zwischen 1-5 Jungen, das Geburtsgewicht liegt, abhängig von der Wurfgröße, bei 80-250 g pro Tier.

Die Tiere werden ca. 2-3 Jahre alt. Da das Cuy als Fleischlieferant gezüchtet wurde, setzt es sehr schnell Fett an. Man muss also insbesondere bei der Ernährung darauf achten, dass die Tiere nicht zu schnell dick werden. Mit ausreichend Auslauf und viel Grün wirkt man dem positiv entgegn. Setzen die Tiere zu schnell Fett an, werden ihr Herz-Kreislaufsystem und ihre Leber dadurch beeinträchtigt, es kann zu schweren Erkrankungen kommen.

Als Kuscheltiere eignen sich Cuys nicht, da sie erstens einen hohen Platzbedarf haben und zweitens sehr scheu sind. Cuys brauchen eine ruhige Umgebung, was die Haltung dieser Tiere als Haustiere für Kinder quasi ausschließt. Auf unerwartete Geräusche oder Bewegungen reagieren die Tiere oftmals hektisch, was in einer Gruppe leicht zur Panik und damit zu Verletzungen bei den Tieren führen kann. In Europa werden Cuys hauptsächlich von Liebhabern gehalten, in Zoohandlungen sind sie bisher nicht käuflich zu erwerben.
In Südamerika werden die Fleischrassen mit Polydaktylie, also zuviel Zehen, gezüchtet, da das Fleisch solcher Tiere als besonders zart und schmackhaft gilt. In Europa und Nordamerika wird nun versucht, die Polydaktylie wieder herauszuzüchten, da dieses als Erbfehler gilt.

Die Verpaarung von Hausmeerschweinchen mit Cuys ist zwar möglich, jedoch mehr als gefährlich. Niemals darf ein weibliches Hausmeerschweinchen von einem Cuy-Männchen gedeckt werden, da sich die enorme Größe der Tiere natürlich auf die Jungtiere vererbt, und dadurch die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen während der Trächtigkeit und der Geburt (Riß der Gebärmutter, Geburtsstockung, Tod) extrem hoch ist.
Auch abzuraten ist davon, ein Cuy-Weibchen von einem männlichen Hausmeerschweinchen decken zu lassen. Die zu erwartenden Komplikationen während der Trächtigkeit und Geburt reduzieren sich dann zwar auf ein Normalmaß, die Jungtiere tragen aber natürlich auch die Cuy-Gene in sich und sind dem entsprechend größer als normale Meerschweinchen. Gerät dieser Fakt in Vergessenheit, und werden die Jungtiere danach mit normalen Hausmeerschweinchen verpaart, besteht wieder ein hohes Risiko.

Der Cuy wurde im letzten Jahrhundert aus besonders großen Hausmeerschweinchen herausgezüchtet und wird nun in Südamerika in vielen Mastbetrieben gehalten, ähnlich wie bei uns Mastkaninchen. In den letzten Jahrzehnten kamen immer wieder einige dieser Riesenmeerschweinchen nach Nordamerika und Europa, wo sie als Haustiere gehalten und gezüchtet werden.